Israel: Kriegsgefahr mit Libanon enorm groß


Beirut. Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Sommer 2006 ist sicher noch vielen in Erinnerung. Die israelische Armee marschierte damals im Libanon ein und hinterließ viel Zerstörung und Elend. Die Hisbollah konnte trotz hoher Verluste die Situation damals für sich nutzen und zwar geschwächt aber als Sieger aus diesem Krieg hervorgehen, zumindest wurde es so verkauft.

Die neusten Entwicklungen im Süden des Libanon sorgen nicht nur bei der libanesischen Bevölkerung sondern auch in Politikerkreisen für Beunruhigung. Was momentan zwischen Israel und dem Südlibanon vor sich geht, könnten Anzeichen eines kurz bevorstehenden neuen Krieges sein.

Wie bekannt wurde, warnte der libanesische Botschafter am vergangenen Freitag den Uno-Generalsekretär und den Sicherheitsrat, dass es bald erneut zum Krieg kommen könnte. Dieses Mal ginge die Offensive von Israel aus. Die derzeitigen Aktivitäten sind bereits deutliche Vorboten und die Angst im Libanon steigt.

In diesem Jahr wurden bereits zum fünften Mal Raketen aus dem Südlibanon auf Israel abgefeuert. Zu den Anschlägen bekannten sich jeweils radikale Splittergruppen der Hisbollah, wobei die Hisbollah selbst jegliche Schuld von sich wies. Doch keiner glaubt der Hisbollah die Theorie von Einzelkämpfern und warnt eindeutig vor weiteren Angriffen auf den Libanon.

Jüngst fand die Friedenstruppe der Vereinten Nationen, die im Südlibanon darüber wachen soll, dass dieser waffenfrei bleibt, abschussbereite Raketen in Hula, einem Grenzdorf, dass gerade einmal zwei Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt. Erst am Dienstag wurde wieder eine Rakete von Hula aus auf Israel abgefeuert, was wiederum mit Artillerie-Salven beantwortet wurde.

Der Fund und die Entschärfung der Raketen sowie die mysteriösen Explosionen, die in der Region Hula für Unruhe sorgten und bei denen Waffenlager der Hisbollah explodierten, sind ganz deutliche Zeichen, dass der Südlibanon entgegen der Festlegungen im Friedensabkommen zwischen den Ländern nicht entwaffnet ist.

Auch wenn die Hisbollah für die Anschläge verantwortlich ist, drohte Israel der Regierung in Beirut an, diese für die Angriffe verantwortlich zu machen. Gleichzeitig schwingt bei den israelischen Drohungen auch mit, dass im Falle eines neuen Krieges, Israel sich nicht wie 2006 auf den Südlibanon beschränken werde, sondern seinen Angriff erheblich ausweiten werde.

Die Situation könnte bald eskalieren und der Libanon durch einen neuen Krieg erneut wieder zurück geworfen werden. Besonders groß ist die Gefahr derzeit, da derzeit der US-amerikanische Zerstörer USS Higgins im Hafen von Haifa liegt und noch für mindestens zehn Tage dort bleiben wird. Die Besatzung trainiert gerade gemeinsam mit Israel das Abfangen von Raketen in der Luft. Kommt es zu einem Vergeltungsschlag seitens Israels, könnte der amerikanische Zerstörer eingesetzt werden.

Obwohl die Hisbollah wesentlich stärker ist als am Ende des Krieges 2006, geht man nicht davon aus, dass die Hisbollah es sein wird, die die Eskalation vorantreibt sondern Israel. Trotz Stärke ist die Hisbollah derzeit in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt aufgrund von Differenzen mit einem ihrer wichtigste Unterstützer: dem Iran. Beirut

Man kann nur hoffen, dass die Befürchtungen aller nicht wahr werden, und dass die gegenwärtigen Angriffe sich nicht zu einem Krieg ausweiten, denn das würde die Region erneut stark erschüttern und weiter destabilisieren.

(Quelle: Der Spiegel)

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